
Quelle: David Shankbone
Seit Mitte Mai steht fest: Ashton Kutcher wird der Nachfolger von Charlie Sheen in der erfolgreichen Sitcom Two and a Half Men. Um ein Haar wäre die Rolle an ihm vorbeigegangen - wie es auch beinahe bei Die wilden Siebziger passiert wäre.
Nachdem Charlie Sheen wegen seiner Drogenexzesse und öffentlichen Tiraden gegen Produzent Chuck Lorre vom US-Sender CBS und dem Produktionsstudio Warner Bros. als Hauptdarsteller der Sitcom Two and a Half Men gefeuert worden ist, haben die Macher der Serie nach intensiver Suche kurz vor den Upfronts Ashton Kutcher als Ersatz für Sheen präsentiert. Dass der 33-jährige Schauspieler die Rolle in der Serie bekommen hat, verdankt er vor allem CBS-Senderchefin Nina Tassler - und Hugh Grant.
Laut des Branchenblatts begannen die Produzenten der Serie Anfang April mit der Suche nach einem Nachfolger für Charlie Sheen. Chuck Lorre, der Erfinder von Two and a Half Men, hatte dafür zunächst den britischen Filmschauspieler Hugh Grant im Sinn. Ähnlich wie acht Jahre zuvor mit Sheen wollte er einen möglichst großen Namen als Protagonisten engagieren. CBS-Chefin Nina Tassler war damit einverstanden. Gleichzeitig begann sie selbst, eine Liste mit möglichen Kandidaten zusammenzustellen. Sehr weit oben stand dabei der Name Ashton Kutcher, der ihr schon in der Sitcom Die wilden Siebziger sehr gefallen hatte. Über einen gemeinsamen Bekannten suchte sie den Kontakt zu ihm, um herauszufinden, ob er einem möglichen Angebot gegenüber offen wäre. Das war er. Als die Verhandlungen mit Hugh Grant überraschend scheiterten, weil der Brite offenbar wegen der langfristigen Bindung an eine Serie kalte Füße bekam, stand Kutcher für ein Treffen mit Chuck Lorre bereit. Nur 72 Stunden später war der Deal über sein Engagement perfekt.
Was die Sender-Verantwortlichen an Kutcher besonders schätzen ist seine Professionalität. Neben der Schauspielerei hat sich Kutcher in den vergangenen Jahren auch als Produzent hervorgetan (Punk'd, Beauty and the Geek) und sich als Entrepreneur im Bereich Social Media erwiesen. Nina Tassler nennt ihn einen „Multimedia-Mogul“. Eskapaden wie bei Charlie Sheen sind von Kutcher nicht zu erwarten. Was nicht immer so gewesen ist: Auch der heutige Ehemann von Demi Moore hatte eine äußerst turbulente Phase in seinem Leben. In seiner Zeit an der High School wurde er dabei erwischt, wie er in die Schule einbrach, um Geld zu stehlen. Als er 1996 an der Universität von Iowa mit einem Studium in Biotechnologie begann, flog er schon bald aus seinem Apartment, weil er es einfach zu wild trieb: „An manchem Morgen bin ich aufgewacht und hatte keine Ahnung, was am Abend zuvor passiert ist. Ich bin erstaunt, dass ich nicht tot bin.“
Die entscheidende Wende in seinem Leben ereignete sich 1998, als er von einem Talentscout zufällig in einer Bar entdeckt wurde - und zunächst eine Karriere als Model antrat. Schon bald ging er jedoch zu ersten Vorsprechterminen für TV-Rollen, unter anderem auch für zwei Serien-Piloten: Die NBC-Abenteuerserie Wind on Water und die FOX-Sitcom Die wilden Siebziger. Beinahe wäre er in der falschen Serie gelandet: Die Produzenten von Wind on Water wollten bis 16 Uhr eine Entscheidung von ihm, ob er den Part übernehmen möchte. Die Macher von Die wilden Siebziger meldeten sich um 15.45 Uhr mit der Nachricht, dass er die Rolle des attraktiven, wenn auch etwas beschränkten Kelso ergattert hat. Hätte er nicht gewartet - Kutchers Karriere hätte vielleicht ein frühes Aus gefunden: Die andere Serie wurde nach nur zwei Folgen abgesetzt.
So wurde er jedoch zum TV-Star, der auch häufig auf der Leinwand zu sehen ist, zuletzt in Freundschaft Plus neben Oscar-Preisträgerin Natalie Portman. Dass er selbst wohl nie einen Oscar gewinnen wird, ist Kutcher bewusst: „Ich werde wahrscheinlich nie der beste Schauspieler in Hollywood sein.“ Der Begeisterung seiner Fans tut dies keinen Abbruch, vielleicht auch wegen seiner Unermüdlichkeit: „Ich hoffe, der am härtesten arbeitende Schauspieler zu sein.“
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