
Holland Taylor hat von einer großen Karriere am Broadway geträumt. Die große Karriere kam dann auch, allerdings vorwiegend im Fernsehen. Ihren Durchbruch feierte sie an der Seite von Tom Hanks, ihren größten Erfolg feierte sie bislang als TV-Mutter von Charlie Sheen und Jon Cryer.
Eigentlich hatte Holland Taylor mit Fernsehen jedoch nichts am Hut. Ihre große Liebe, so sagte sie einmal in einem Interview, gehört dem Theater. Aber wie es manchmal so mit der großen Liebe ist, ist es nicht immer unbedingt die glücklichste. Ihr Traum war es, ein großer Star am Broadway zu werden. Tatsächlich kommt ihr allerdings die zweifelhafte Ehre zu, in einem der größten Broadway-Flops aller Zeiten mitgespielt zu haben, in der Krimi-Farce „Moose Murders“, für die am 22. Februar 1983 zum ersten und zum letzten Mal der Vorhang aufging. Natürlich hat Holland auch in erfolgreicheren Produktionen auf der Bühne gestanden. Mehr und mehr nahm sie jedoch die Arbeit vor der Fernsehkamera in Beschlag.
Hatte sie sich in den 70er Jahren im TV noch rar gemacht - zu verzeichnen sind unter anderem ein Gastauftritt in „Kojak“ und eine Rolle als Bösewicht in der Soap Opera „The Edge of Night“ -, kam ihr großer Durchbruch 1980 mit dem Part als Tom Hanks Chefin in der Sitcom „Bosom Buddies“. Im Anschluss an die Serie war Taylor in Hollywood äußerst gefragt. Sie behielt zwar noch bis Anfang der 90er Jahre ein Apartment in New York - und versuchte, zwischen der Film- und der Theatermetropole hin und her zu pendeln, doch ihre TV- und Filmengagements erforderten immer häufiger ihre Anwesenheit an der Westküste.
Es entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie: Sie selbst war als TV-Schauspielerin überaus begehrt. Die Serien, in denen sie während der 80er und 90er Jahre mitspielte, waren jedoch alles andere als erfolgreich: „Me and Mom“, „Harry“ und „Going Places“ kamen jeweils nicht über eine Staffel hinaus. Die Comedy „The Powers that Be“, in der sie die Frau eines US-Senators (verkörpert von Ex-“Denver Clan“-Star John Forsythe) spielte, kam mit Müh und Not auf zwei Staffeln.
Die Fernsehproduzenten erkannten ihr Talent, nur der Zuschauererfolg blieb lange Zeit aus. Das änderte sich erst, als David E. Kelley sie als selbstbewusste Richterin in der Anwaltsserie „The Practice“ besetzte (den gleichen Part hat sie auch in einer Folge von „Ally McBeal“ gespielt): Nicht nur war die Serie ein großer Erfolg. Der Part brachte ihr auch ihre erste Emmy-Nominierung und ihren bis heute einzigen Emmy-Gewinn ein.
2003 nahm sie schließlich einen Part an, der zu ihrem bislang langlebigsten TV-Engagement geführt hat: Evelyn, die wenig fürsorgliche Mutter von Charlie Sheen und Jon Cryer in der quotenstarken US-Sitcom „Two and a Half Men“, welche mittlerweile in die zehnte Staffel geht. Da sie allerdings nicht in jeder Folge dabei ist, hat sie durchaus auch noch für andere Projekte Zeit gefunden: So war sie parallel zu „Two and a Half Men“ eine Zeitlang auch als die bisexuelle Peggy in der Showtime-Serie „The L Word“ zu sehen. 2009 hat sie sich außerdem wieder ihrer ersten Liebe gewidmet - und selbst einen Zwei-Akter verfasst, den sie seitdem unter anderem im Kennedy Center in Washington auf die Bühne gebracht hat.
Nicht verschwiegen werden soll, dass sie neben der Theaterbühne und dem Fernsehbildschirm auch immer wieder auf der Leinwand aktiv gewesen ist. Meist in kleinen, aber nicht unbedeutenden Rollen in Filmen wie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, „Ein Cop und ein Halber“, „George - Der aus dem Dschungel kam“, „Die Truman-Show“, „Spy Kids 2“ und „Natürlich blond“. Eine traumhafte Karriere, selbst wenn sie sie ursprünglich etwas anders erträumt hat.
TNT Serie zeigt Two and a Half Men immer montags bis freitags um 19:10 Uhr.
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