US-Sender HBO hat bekannt gegeben, die Serie In Treatment nach der I in ihrer laufenden Form zu beenden. Das Psychiater-Drama war in seiner Machart und Ausstrahlungsform ungewöhnlich. In jeder Episode wurde genau eine Sitzung von Dr. Paul Weston (Gabriel Byrne) behandelt wurde - teils mit Patienten, teils mit eigenen Psychiatern (Supervision). Da der Psychiater gleichzeitig parallel mehrere Patienten hatte wurden pro Woche mehrere Episoden ausgestrahlt, wobei die Serienhandlung zumeist nicht von Episode zu Episode, sondern von Woche zu Woche weiter gesponnen wurde.
HBO hatte mit unterschiedlichen Ausstrahlungsmodellen experimentiert, jedoch ohne überragenden Erfolg. Die Episoden der letzte Staffel verfolgten laut THR durchschnittlich nur 279.000 zahlende Zuschauer bei HBO. Enttäuschend, nachdem der Staffelauftakt immerhin noch auf 446.000 Zuschauer kam. Da helfen auch die beiden Nominierungen für Byrne als herausragender Hauptdarsteller bei den Emmys nicht, ebenso wenig der Preis für Kollegin Diane Wiest als Herausragende Nebendarstellerin, der Gastdarsteller-Emmy für Glynn Turman und der Writers Guilde Award als beste neue Serie 2009.
Jedoch ist Gabriel Byrne anscheinend noch nicht arbeitslos. Denn bei HBO ist man von der Stärke der Geschichten überzeugt, nur eben das ungewohnte Format ist jetzt am Ende. Wie ein Reboot aussehen könnte, in dem die Geschichte von Paul Weston weiter erzählt wird, scheint aber noch vollkommen offen zu sein. In Treatment basiert auf dem israelischen Format BeTipul, das für zwei Staffeln lief. In de ersten beiden Staffeln hielt sich In Treatment eher stark an die Vorlage, die dortigen Autoren wurden auch bei der amerikanischen Adaption als Autoren genannt. Staffel drei war schließlich eine Eigenentwicklung.