The Tudors: Jonathan Rhys Meyers - Der Rebell, der er nie sein wollte

The Tudors: Jonathan Rhys Meyers - Der Rebell, der er nie sein wollte - TNTSerie
The Tudors: Jonathan Rhys Meyers (c) Showtime

Jonathan Rhys-Meyers sieht sich vermutlich gerne in Machtpositionen, ob nun als König von England oder als King of Rock'n'Roll. Nun kommt eine weitere dazu: die des Fürsten der Finsternis, „Dracula“.

Jonathan Rhys-Meyers verkörperte vier Jahre lang den machtbesessenen und lüsternen König Heinrich VIII in der Historienserie „The Tudors“. Neben weltweitem Ruhm bescherte ihm die Rolle zwei Golden-Globe-Nominierungen. Doch die Darstellung des blutrünstigen Monarchen ging an dem Schauspieler nicht spurlos vorüber. Es fiel ihm angeblich schwer, die Rolle abends abzustreifen und wieder er selbst zu sein. Sogar Phantomschmerzen quälten ihn, als seine Figur sich in der Serie am Bein verletzte. Trost suchte der mit Problemen belastete Schauspieler erneut im Alkohol, was auch dem plötzlichen Tod seiner geliebten Mutter zu Beginn der Dreharbeiten von „The Tudors“ zuzuschreiben ist.

Seitdem ist Jonathan Rhys-Meyers ein Dauergast in Entzugskliniken und vor Gericht. Sogar die irischen IFTA-Awards, wo „The Tudors“ zehn Auszeichnungen erhielt, verpasste er 2009 aufgrund eines Trinkgelages. Ein Jahr später wurde er des Flugzeugs verwiesen, weil der Darsteller sich rassistisch geäußert und ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt hatte. Im Sommer vergangenen Jahres brachte ihn ein Medikamenten-Cocktail ins Krankenhaus.

Leicht hat es sich der irische Schauspieler nie gemacht. Schon seine Geburt wurde von der Tatsache überschattet, dass er mit einem Herzfehler zur Welt kam und seine Eltern um ihn bangen mussten. Der nächste Einschnitt in seinem Leben war deren Trennung, als er drei Jahre alt war. Während er und sein Bruder Alan bei seiner Mutter aufwuchsen, lebten seine beiden anderen Brüder bei seinem Vater und der Großmutter. Außerdem verbrachte er eine Zeit in einem Heim und flog mit 16 Jahren von der Schule, weshalb er danach vor allem in Billardhallen anzutreffen war.

Der Wendepunkt kam, als ein Castingagent den jungen Rebellen dort entdeckte und ihm nahelegte sich dem Schauspiel zu widmen. Sein erstes Casting hat er vermasselt und wollte schon wieder aufgeben, als dann doch ein erstes Angebot seine Karriere einleitete. Von da an passierte alles Schlag auf Schlag. Nach einigen kleinen Rollen erregte er an der Seite von Christian Bale und Ewan McGregor als Rockstar in „Velvet Goldmine“ erste Aufmerksamkeit. Darauf folgte die Rolle des engagierten Fußballtrainers eines Mädchenteams in „Kick it Like Beckham“ und der Wechsel zu Kostümdramen wie „Vanity Fair“ und Oliver Stones Epos „Alexander“.

Anschließend verband Rhys-Meyers erneut seine musikalische Begabung mit dem Schauspielen und übernahm die Titelrolle in dem Biopic „Elvis“. Auch wenn er nur teilweise selbst gesungen hatte, räumte er für seine Darbietung einen Golden Globe ab. Für seine Rolle des mordenden Tennislehrers in dem Thriller „Match Point“ wurde er in Cannes ausgezeichnet und auch mit seinem nächsten Auftritt in „Kinder der Seidenstraße“ rührte er Zuschauer und Kritiker gleichermaßen. Nach Luc Bessons Thriller „From Paris with Love“ schlüpfte er wieder in ein Kostüm und spielte neben Glenn Close in „Albert Nobbs“ mit.

Einst sagte der 35-Jährige, sein Beruf erfülle nur den Zweck ihm ein Dach über dem Kopf zu geben und ihn vor dem Gefängnis zu bewahren. Als Nächstes wird er jedoch eine weitere bezeichnende Rolle übernehmen: die Titelrolle in NBCs neuer Vampirserie „Dracula“, die der Sender als „Gefährliche Liebschaften trifft die Tudors“ beschreibt. „Dracula“ spielt in den 1890er Jahren und ist inhaltlich an den Roman von Bram Stoker angelehnt. In dem Format erreicht der Fürst der Finsternis London und gibt sich in aller Öffentlichkeit als amerikanischer Unternehmer aus. Als dieser behauptet er, die moderne Wissenschaft in die viktorianische Gesellschaft einführen zu wollen. In Wahrheit hofft er aber, Rache an den Personen ausüben zu können, die vor einigen Jahrzehnten sein Leben zerstört hatten. Doch plötzlich verliebt er sich in eine Frau, die die Reinkarnation seiner verstorbenen Ehefrau zu sein scheint... Die Serie wird im nächsten Jahr Premiere feiern.

Weitere Informationen über die Serie Die Tudors finden sie hier.

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