Road to the Emmys | Beste Comedy: Verteidigt "Modern Family" den Titel?

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Im Vorjahr schnappte "Modern Family" u.a. "Glee" den Emmy als beste Comedyserie weg. Auch in diesem Jahr sind beide wieder im Rennen. Neben den üblichen Verdächtigen haben es zudem zwei Emmy-Neulinge auf die Nominierungs-Zettel geschafft.

Was für ein Gegensatz zur Kategorie "Beste Serie": Während dort die großen Networks mit ihren Produktionen fast leer ausgingen und den Pay-TV- und Kabelsendern das Feld überlassen mussten, schaffte es in der Kategorie "Beste Comedy-Serie" kein einziges der meist etwas außergewöhnlicheren Kabelfernseh-Formate auf den Nominierungszettel. Stattdessen orientierte man sich mehr am Mainstream. Doch dass die häufig als zu schwerfällig kritisierte Academy nicht für neue Formate offen wäre, kann man nicht grundsätzlich sagen. Im vergangenen Jahr wurde immerhin eine Serie als beste Comedy ausgezeichnet, die damals noch ganz frisch im Geschäft war: Die Ensemble-Sitcom "Modern Family", mit der Ed O'Neil - hierzulande vor allem als Al Bundy bekannt - sein TV-Comeback feiern konnte, setzte sich gegen etablierte Konkurrenten aber auch das gehypte "Glee" durch. Auch in diesem Jahr ist sie nominiert. In diesem Jahr hat es hingegen kein Neustart dieser Saison auf den Nominierungs-Zettel geschafft. Immerhin zwei der sechs nominierten Comedy-Serien sind aber zum ersten Mal bei den Emmys mit im Rennen.

Zum Einen wäre da "Parks & Recreation", das nun bereits drei Staffeln auf dem Buckel hat. Die Serie, die ähnlich wie "The Office" im Mockumentary-Stil gedreht ist, handelt von einer Beamtin im Amt für Parks und Grünflächen in einem Städtchen in der amerikanischen Provinz und karrikiert nicht nur den Büro-Alltag, sondern vor allem auch die Lokalpolitik. Die Serie läuft bei NBC und hat donnerstags mit eher mauen Quoten zu kämpfen. Ein kleiner Emmy-Schub käme da gerade recht. Ganz anders sieht es beim zweiten Neuling aus: "The Big Bang Theory". Die Serie aus der Feder von Two and a half Men-Schöpfer Chuck Lorre über die nerdigen und sozial nicht allzu kompetenten Physiker Leonard und Sheldon, deren WG direkt neben der so hübschen wie naiven Kellnerin Penny liegt, ist einer der größten Quotenhits beim jungen Publikum für CBS. Doch erst zur vierten Staffel reichte es jetzt erstmals für die Nominierung als beste Comedy-Serie. Two and a half Men wurde hingegen übrigens gar nicht erst für die Emmys eingereicht und dementsprechend auch in keiner Kategorie nominiert. Die Blöße, Sheen zum Abschied noch einen Preis zu geben, wollte man sich bei CBS und dem Produktionsstudio Warner Bros. dann offensichtlich doch nicht geben.

Neben den beiden "Frischlingen" gibt es natürlich auch Serien, die quasi fest das Abo für die Emmy-Nominierung gebucht haben: "The Office", das seit 2006 durchgehend jedes Jahr als beste Comedy-Serie nominiert war, sowie 30 Rock, das seit 2007 stets dabei ist. Gewinnen konnte "The Office" allerdings zuletzt 2006. In diesem Jahr wäre es nun die letzte Chance die Serie noch einmal mit Steve Carell als Hauptdarsteller auszuzeichnen. Der hat die Serie, die auf das gleiche Original wie das deutsche "Stromberg" zurückgeht, nämlich kurz vor Ende der siebten Staffel verlassen. Fortgesetzt wird sie allerdings trotzdem - doch ob sie auch ohne ihre bisherige Hauptfigur künftig noch für genauso preiswürdig und sehenswert empfunden wird, bleibt abzuwarten.

30 Rock war hingegen nicht nur ständig nominiert, sondern hat 2007, 2008 und 2009 auch drei Mal in Folge gewonnen. Kein Wunder: Eine Serie, die im TV-Business spielt und den eigenen Sender NBC fortwährend aufs Korn nimmt, ist natürlich gerade in der Branche und bei TV-Kritikern beliebt. Im vergangenen Jahr riss die Siegesserie dann allerdings gegen "Modern Family". Auch Tina Fey und Alec Baldwin gingen damals leer aus, sind in diesem Jahr aber ebenfalls wieder nominiert. Für 30 Rock wäre eine Auszeichnung dabei durchaus gar nicht unwichtig: Die Quoten sind nicht allzu berauschend, für NBC war es vor allem immer auch eine Image-Frage, an der Sitcom festzuhalten. Damit das so bleibt, sollte die Serie also auch weiter bei Preisverleihungen glänzen.

Und dann ist da noch die Serie, die eigentlich wie ein Fremdkörper in der Comedy-Kategorie wirkt: Die Musical-Serie "Glee" ist als kaum mit den halbstündigen Sitcoms, die sich sonst dort finden, vergleichbar und kann sich trotzdem durchaus begründete Hoffnung machen. Im vergangenen Jahr hatte "Glee" bei der Emmy-Verleihung allerdings noch eine herbe Enttäuschung erlebt. Auch wenn es einen Emmy für die beste Regie in einer Comedyserie gab und Jane Lynch für ihre Rolle als Sue Silvester mit dem Emmy für die beste weibliche Nebenrolle in einer Comedy-Serie ausgezeichnet wurde: In den wichtigen Kategorien ging "Glee" leer aus.  In diesem Jahr wurde übrigens erst gar keiner der Hauptdarsteller nominiert. In der Kategorie "Beste Comedyserie" hat "Glee" aber erneut Chancen.

Autor: Uwe Mantel/dwdl.de

Am 18. September werden in Los Angeles die Primetime Emmy Awards verliehen. TNT Serie und DWDL.de werfen zur Vorbereitung wöchentlich einen Blick auf die Nominierten und werden im September direkt aus Los Angeles berichten.

 

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