
Ab dieser Woche zeigt TNT Serie die zweite Staffel der amerikanischen Crime-Dramedy Psych. Weiterhin gibt der aufgeweckte, aber faule Shawn Spencer vor, ein übersinnlich begabtes Medium zu sein, löst seine Fälle aber allein mit seiner sehr weltlichen Beobachtungsgabe. „Wer sucht heim den Star, der sich für super hält?“ heißt die erste Episode der zweiten Staffel von Psych. Wie öfters in der Dramedy steht im Zentrum der Folge die satirische, in einen Mordfall eingewickelte Betrachtung eines popkulturellen Phänomens. In dieser Episode: ein Musikwettbewerb im Stil von „Deutschland sucht den Superstar“, ein Format, das als „American Idol“ auch in den Vereinigten Staaten extrem populär ist.
Tim Curry schlüpft in die Rolle eines wenig sympathischen, überkritischen und sehr direkten Juroren – einer Figur also, die solche Reality-Serien erst sehenswert macht: Was wäre „Deutschland sucht den Superstar“ ohne Dieter Bohlen? Und wen würde es wundern zu erfahren, dass ein solches Jurymitglied in einem Teilnehmer Mordgelüste weckt? Die zweite Episode der neuen Staffel, „Waren sie zur Tatzeit bereits ausgestorben?“, präsentiert sozusagen Psychs zweites Standbein: In Folgen wie dieser steht nicht satirisches Kommentieren des aktuellen Geschehens im Vordergrund. Statt dessen kommt Shawn Spencer mit einer verrückt-absurden bzw. kindlich-naiven Theorie zur Aufklärung eines Mordfalls daher - und liegt am Ende längst nicht so falsch, wie die Theorie erwarten ließ...
In dieser zweiten Episode erntet Shawn Kopfschütteln, als er die feste Überzeugung vertritt, für die Ermordung eines Paläontologen sei ein Dinosaurier verantwortlich. Doch nach und nach werden Shawns Ideen immer plausibler. Gerade bei dieser Episode sieht man James Roday den Spaß an, den er beim Spielen seiner Figur Shawn Spencer hat – gerade bei ‚überdrehten’ Szenen. Das kommt nicht von ungefähr: Schließlich fungierte Roday bei „Waren sie zur Tatzeit bereits ausgestorben?“ auch als Ko-Autor. Der Star der Serie engagierte sich so stark bei der Produktion der Folgen, dass er ab der dritten Staffel einmal jährlich als Regisseur hinter der Kamera stand.
Aber auch den anderen Mitarbeitern und Autoren von Psych ist in der zweiten Staffel anzumerken, dass sie Spaß an der Arbeit haben: Das Fundament der Serie wird weiter ausgebaut; Figuren werden ausgelotet und ihre Charaktere vertieft. Immer öfter spielen die Autoren und Produzenten mit den Standards der Serie: In zwei Episoden etwa spielt Gus’ Familie eine zentrale Rolle. John Amos porträtiert den Onkel, von dem Gus seinen zweiten Vornamen Burton geerbt hat und der den Neffen mit seiner kritischen Art arg in Verlegenheit bringt. In einer weiteren Episode, „Ihr Mörderlein kommet, o kommet doch all“, steht gar Gus' Vater unter Mordverdacht. Ernie Hudson (Ghostbusters) und Phylicia Rashad (Die Bill Cosby Show) spielen hier Gus' nächste Verwandte. Diese Episode ist übrigens das erste Weihnachts-Special von Psych, das auch mit einer ‚extra-weihnachtlichen’ Vorspann-Version aufwartet.
Einen außergewöhnlichen Vorspann bietet auch die Episode „Licht, Kamera - und Mord!“, die im Umfeld einer Telenovela-Produktion angesiedelt ist: Das Titellied wurde in einer spanischen Version neu aufgenommen. Gerade mit diesen spielerischen Elementen schuf Psych in der zweiten Staffel die Grundlage für seinen dauerhaften Erfolg; der sympathisch-verspielte Stil sorgte für eine starke Zuschauerbindung. In den USA läuft derzeit die fünfte Staffel der Serie, und ein Ende ist nicht abzusehen.
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