
Monk ist eine Ausnahmeserie - und das in vielerlei Hinsicht. Ihr ist gelungen, was man von nur wenigen Serien behaupten kann: Sie war so erfolgreich, dass es fast schon nicht mehr gut für sie war.
2002 brachte der amerikanische Kabelsender USA Network erstmals Monk auf Sendung - und landete damit einen Riesenerfolg, der den Kanal an die Spitze des US-Kabelfernsehens katapultierte. Das Publikum liebte den genialen Detektiv, der durch seine zahlreichen Macken und Spleens zwar kaum im Alltag überlebensfähig ist, dafür aber wie weiland Sherlock Holmes jedes noch so komplizierte Verbrechen aufzuklären versteht. Monk schaffte, was nur wenigen TV-Serien vergönnt ist: In den acht Jahren, die die Serie über die Bildschirme flimmerte, nahm ihre Popularität nicht ab, sondern sogar noch zu. Am Ende der sechsten Staffel erreichte die Serie 6,9 Millionen Zuschauer - so viele wie noch nie zuvor. Übertroffen wurde diese Quote nur noch vom Serienfinale 2009, als insgesamt 9,4 Millionen Zuschauer einschalteten - ein Rekordwert im amerikanischen Kabelfernsehen.
Die Schattenseite des Erfolgs: Die Lizenzkosten für die Serie stiegen ins Unermessliche. Wenn es nur nach den Einschaltquoten gegangen wäre, dann hätte USA Network die Serie noch viel länger laufen lassen können. Doch am Ende reichten selbst Spitzenquoten nicht aus, um die Serie zu refinanzieren. Dass dies so gekommen ist, daran hatte USA Network allerdings auch ein wenig selbst Schuld. Denn der Sender wollte Monk mit niemand anderem teilen. Die Werbeeinnahmen durch die Erstausstrahlung einer Serie reichen heute meist bei weitem nicht aus, um die Produktionskosten wieder einzuspielen. Daher ist es nötig, die Wiederholungsrechte zu verkaufen. Dieser Vorgang heißt im Englischen Syndication. USA Network und sein Schwesterstudio NBC Universal, welches Monk produzierte, haben jedoch lange gezögert, die Wiederholungsrechte an externe Sender zu verkaufen, weil Monk ein Alleinstellungsmerkmal von USA Network sein sollte.
Erst 2006 begann man mit den ersten Verkäufen an einzelne (terrestrische) Stationen. 2008 (also erst kurz vor Toresschluss) war die Serie dann landesweit mit Wiederholungen auf unterschiedlichen Sendern am Start. Im Kabelfernsehen hat USA Network selbst die Wiederholungsrechte erworben, um Monk zumindest im Kabel exklusiv zu halten. Dafür musste der Sender tief in die Tasche greifen: Denn gerade bei miteinander „verwandten“ Unternehmen ist es wichtig, dass nicht unter dem Marktwert gehandelt wird, da sonst sehr schnell Klagen von Schauspielern oder Produzenten anhängig sind, denen im Vertrag eine Gewinnbeteiligung zugesichert worden ist - welche natürlich geringer ausfällt, wenn ein Studio und ein Sender einen so genannten „sweetheart deal“ miteinander abschließen, bei dem man sich unter Konzernschwestern auf einen geringeren Verkaufspreis einigt.
Erst spät floss also das Geld aus der Syndication. Unterdessen stiegen die Produktionskosten. Bereits 2005 kostete eine Folge von Monk 1,7 Millionen Dollar - und war damit eine der teuersten Serien im Kabelfernsehen. Einer der Gründe für die hohen Kosten war der Wunsch von Hauptdarsteller Tony Shalhoub, in Los Angeles zu drehen, wo seine Familie lebt. Anfangs war die Serie in dem (wesentlich preisgünstigeren) kanadischen Toronto gedreht worden. Angesichts der herausragenden Rolle, die Shalhoub für den Erfolg der Serie hatte (wovon acht Emmy-Nominierungen und drei Auszeichnungen zeugen), taten die Produzenten natürlich ihr Möglichstes, um dem Schauspieler entgegenzukommen. Selbst wenn dies finanzielle Mehraufwendungen bedeutete.
Trotz exzellenter Auslandsverkäufe trat damit die paradoxe Situation ein, dass eine Serie ungeachtet ihres anhaltend großen Publikumserfolgs wirtschaftlich für den Sender nicht mehr tragfähig war.
Ab 23. Mai kommen Serienjunkies jedoch immer montags um 21:45 Uhr in den Genuss der vierten Staffel Monk bei TNT Serie.
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