Friends: Gute Freunde sollen niemals scheiden

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Das Finale sahen in den USA über 50 Millionen Zuschauer. Es gibt Serien, die die Sender nicht schnell genug wieder loswerden können. Andere dagegen versuchen sie beinahe verzweifelt zu halten. Zur letztgenannten Kategorie gehörte auch die Kult-Sitcom Friends.

Der einstige Quoten-Spitzenreiter NBC hat schon seit einigen Jahren mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass man es nicht geschafft hat, für die Hits vergangener Zeiten adäquaten Ersatz zu finden. Das war schon um das Jahr 2001 herum ein Problem. Damals versuchte sich das Network Zeit zu erkaufen, indem es seinen größten Hit, die Sitcom Friends, um eine weitere - die mittlerweile neunte - Staffel verlängerte. In der Zwischenzeit, so die verbreitete Hoffnung, würde man eine Comedyserie entwickeln, die den Platz von Friends einnehmen könnte. Diese Hoffnung wurde jedoch enttäuscht. Nichts, was NBC damals neu auf den Sender brachte, kam auch nur in die Nähe der Zuschauerzahlen, die Ross, Rachel & Co erreichten.

Im Jahr 2002 stand NBC damit erneut vor dem gleichen Problem. Die letzte Staffel von Friends sollte in der Season 2002/2003 auf Sendung gehen. Danach drohte dem Sender die große Quoten- und Werbe-Pleite. Denn Friends war der Anker von NBC am wichtigsten Werbetag der Woche, dem Donnerstag. Für die Filmstudios, aber auch für Auto-, Snack- und Getränkehersteller ist es die letzte Gelegenheit vor dem Wochenende, noch einmal die TV-Zuschauer zu erreichen; das lassen sie sich etwas kosten. Gut 40 Prozent aller Werbeeinnahmen von NBC wurden allein am Donnerstag generiert. Ohne Friends drohte ein nicht geringer Teil davon wegzubrechen.

Dem Sender blieb quasi gar nichts anderes übrig, als noch einmal eine Verlängerung von Friends zu erwirken. Und das um nahezu jeden Preis: zehn Millionen Dollar forderte das TV-Studio Warner Bros. pro Episode, um noch eine zehnte Staffel von Friends zu produzieren. Noch nie zuvor und nie mehr danach hat eine halbe Stunde Fernsehen mehr Geld gekostet. Jetzt mussten nur noch die Darsteller überzeugt werden, ihre Verträge zu verlängern, was gar nicht so leicht war. Denn trotz eines Salärs von einer Million Dollar pro Folge, freuten sich die meisten Hauptdarsteller schon auf ihre Karriere nach Friends. Vor allem Jennifer Aniston, die fortan Kinofilme drehen wollte. Einzig eine Verkürzung der Staffel konnte sie zum Mitmachen überreden. Statt der üblichen 24 Folgen sollte die zehnte und letzte Staffel von Friends nur aus 18 Folgen bestehen.

Die zehnte Staffel von Friends - die Fans verdanken sie vor allem der Notlage von NBC. Sonst hätten die Autoren die Serie bereits ein Jahr früher abgeschlossen. Dem Sender hat die erneute Gnadenfrist allerdings nicht geholfen. Als Friends am 6. Mai 2004 in den USA zum allerletzten Mal über die Bildschirme flimmerte, da konnten die Verantwortlichen von NBC das mit einem lachenden und einem weinenden Auge mitverfolgen. Lachend, weil das Finale rund um die Frage, ob Ross und Rachel sich denn nun endlich kriegen, 52,5 Millionen Zuschauer hatte - ein nach heutigen Maßstäben fast schon unvorstellbar hoher Wert. Weinend, weil genau das eintrat, was man befürchtet hatte: Ohne Friends brach die Vorherrschaft von NBC am Donnerstagabend unter der Wucht von CSI: Crime Scene Investigation auf dem Konkurrenz-Network CBS sehr schnell zusammen.

Selten zuvor ist eine Serie für einen Sender wohl so wichtig gewesen wie Friends für NBC. Die Suche nach dem „nächsten“ Friends hält daher unvermindert an.

 

Weitere Infos zu Friends inklusive Episodenguide und Bildgalerie finden Sie hier! Sehen Sie sich ausserdem den Trailer zur zehnten Staffel an.

 

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