The Chicago Code: Zeit für den Antihelden 2.0?

Seit einigen Jahren wird der Bildschirm vor allem im US-Kabelfernsehen von Serienfiguren bevölkert, die mit herkömmlichen Moralmaßstäben im Fernsehen brechen: Vom sexsüchtigen Schriftsteller (Californication) über den Drogen herstellenden Lehrer (Breaking Bad) bis hin zum Serienkiller (Dexter).

Einer, der diese Entwicklung durch seine Serie The Shield ganz maßgeblich geprägt hat, ist der US-Autor und Produzent Shawn Ryan. In einem Interview mit dem New York Magazine sagt er jedoch bereits einen neuen Umbruch in der Figurengestaltung von Serien voraus.
'Ich würde sagen, die Industrie ist bereit für die Phase 2.0 der Antihelden', so Ryan. 'Natürlich gibt es immer noch die 'Sons of Anarchy', 'Mad Men' und 'Breaking Bad'. Aber nach all diesen Serien, angefangen bei 'Die Sopranos', 'The Shield' und 'Deadwood', liegt die Messlatte jetzt einfach höher. Dunkles Antiheldentum ist nicht länger schockierend. Ich denke, man muss damit etwas Neues, etwas Frisches anstellen.'

In seiner neuen Serie The Chicago Code steht mit Detective Wysocki (Jason Clarke) eine Figur im Mittelpunkt, die nach Ryans eigenem Bekunden mehr Held als Antiheld ist.
Ein Aspekt, der dabei hervorsticht, ist Wysockis Ablehung von unanständiger Sprache. Wie Ryan sagt, sollte damit einerseits die der Ausstrahlung auf einem Network geschuldete Abwesenheit der 'S- und der F-Bombe' erklärt werden. Andererseits habe es aber auch die Figur interessanter gemacht.
Ähnlich wie die Fans ist auch Ryan noch nicht ganz über das Scheitern seiner letzten Serie, Terriers auf FX, hinweg. Er glaubt allerdings nicht, dass allein ein Faktor - wie beispielsweise der Titel oder das Werbeplakat - für den Misserfolg verantwortlich ist: 'Es war einfach nicht die richtige Serie auf dem richtigen Sender zur richtigen Zeit.'

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