Für Charlie Sheen, der 'Winning!' zu seinem Slogan gemacht hat, ist es die erste juristische Niederlage: Das Schlichtungs-Unternehmen JAMS (Judicial Arbitration and Mediation Services) hat, wie das Magazin The Hollywood Reporter berichtet, entschieden, dass der Rechtsstreit über Sheens Entlassung in vollem Umfang dem in seinem Arbeitsvertrag vorgesehenen Schiedsverfahren unterliegt.
Wie bereits zuvor bekannt geworden war, gibt es in Sheens Vertrag eine Klausel, derzufolge alle den Vertrag betreffenden Streitigkeiten durch die unabhängigen Schlichter von JAMS entschieden und nicht vor Gericht ausgetragen werden sollen. Um doch ein öffentliches Gerichtsverfahren zu erreichen, hatten Sheens Anwälte diese Klausel umgehen wollen, indem sie die 100-Millionen-Dollar-Klage nicht nur gegen die Produktionsfirma Warner Bros., sondern auch gegen Chuck Lorre, den Erfinder und Showrunner von Two and a Half Men, erhoben haben.
Der Clou dabei: Der Arbeitsvertrag besteht nur zwischen Sheen und Warner Bros., nicht aber zwischen Sheen und Lorre. Sheens Anwälte hofften, auf diese Weise zumindest die Vorwürfe gegen Lorre in ein separates, öffentliches Verfahren ausgliedern zu können. Sheen wirft dem Produzenten einen unrechtmäßigen Eingriff in den Vertrag vor. Die Argumentation seiner Anwälte lautet: Weil Lorre sich auf seine beiden anderen Serien The Big Bang Theory und Mike & Molly konzentrieren wollte, hätten er und das Studio Warner Bros. sich verschworen, um Two and a Half Men vorzeitig einzustellen und Sheen dafür zum Sündenbock zu machen.
JAMS ist der Ansicht, dass es sich bei der Klage gegen Lorre um einen abgetrennten Streitpunkt handelt, der nicht der Schlichtungsklausel unterliegt, allerdings nicht gefolgt. Unter Berufung auf das Fallrecht haben die Schlichter entschieden, dass das gesamte Verfahren ihrer Jurisdiktion unterliegt. Dagegen haben Sheens Anwälte Widerspruch bei Gericht angekündigt. Dass sie damit Erfolg haben, gilt laut THR zwar nicht als unmöglich, aber auch nicht als sehr aussichtsreich.
Wahrscheinlicher ist nun jedoch, dass das Gericht in Los Angeles, bei dem Sheens Klage anhängig ist, der Einschätzung von JAMS folgen und das Verfahren an das Schlichtungs-Unternehmen verweisen wird.
Der Nachteil für Sheen: In einem öffentlichen Gerichtsverfahren hätte er auf den Celebrity-Bonus bei der Jury und auf die Bedenken des Studios setzen können, finanzielle Details über Two and a Half Men publik zu machen, um auf diese Weise Warner zu einer außergerichtlichen Einigung zu drängen. Dieses Druckmittel fällt nun weg.