Beste Serie 2011: Schafft "Mad Men" den Rekord?

Emmys TNT Serie News

Die Serie "Mad Men", die in den 60er Jahren in einer Werbeagentur spielt, hat das US-Fernsehen zweifellos mitgeprägt. Auch wenn die Zuschauerzahlen für den Sender AMC zwar nett, aber keineswegs alles überstrahlend sind, löste vor allem der Erfolg bei den Kritikern eine kleine Retro-Welle im US-Fernsehen aus. Serien wie die im Herbst startenden Formate "Pan Am" oder "The Playboy Club" hätte es ohne "Mad Men" womöglich nicht gegeben.

Nachdem "Mad Men" schon 2008 als erste Serie eines Basic Cable-Senders, die jemals als Beste Serie bei den Primetime Emmy Awards ausgezeichnet wurde, Geschichte schrieb, könnte in diesem Jahr nun ein neuer Rekord dazu kommen: "Mad Men" hat gute Chancen, zum vierten Mal in Folge in dieser Kategorie zu gewinnen. Zuvor war dieses Kunststück nur "Hill Street Blues" in den frühen 80ern sowie "The West Wing" in den Jahren 2000 bis 2003 gelungen. Zudem hat noch "L.A. Law" vier Mal den Preis in der Kategorie "Outstanding Drama Series" abgeräumt, allerdings mit einem Jahr Unterbrechung.

"Mad Men", ist tatsächlich auch in diesem Jahr wieder als einer der Favoriten auf die Auszeichnung als beste Serie. Doch Don Draper und Co. haben es diesmal mit harter Konkurrenz zu tun. Allen voran werden der neuen HBO-Serie Boardwalk Empire, an der Martin Scorsese als Regisseur mitgearbeitet hat, gute Chancen auf einen Sieg zugerechnet. Wie "Mad Men" spielt auch Boardwalk Empire in der Vergangenheit, genauer gesagt im Atlantic City der 1920er Jahre, also während der Zeit der Prohibition, in der der Handel mit Alkohol in den USA verboten war. Im Mittelpunkt steht der korrupte Politiker und Gangster Enoch "Nucky" Thompson, gespielt von Steve Buscemi, der Atlantic City während dieser Zeit kontrollierte. Schlagzeilen machte die Serie dabei schon vor dem Start: Satte 18 Millionen Dollar verschlang die Produktion des Piloten. Auch wenn viel nicht immer viel hilft - "Boardwalk Empire" sieht man den hohen finanziellen Aufwand zweifellos auch an.

Nur Außenseiter-Chancen hat indes die zweite HBO-Produktion, die im Rennen um den Preis als beste Serie ist: "Game of Thrones" stammt aus der von den Academy-Mitgliedern so ungeliebten Fantasy-Ecke. Die Serie spielt auf dem mysteriösen Kontinent Westeros, auf dem Adelshäuser vestrickt in allerlei politische Intrigen und dynastische Verbindungen um die Herrschaft kämpfen. Die Geschichte basiert auf dem Fantasy-Epos "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin.

Ebenfalls
recht überraschend käme die Auszeichnung für "Friday Night Lights". Die Serie ging in diesem Jahr nach fünf Staffeln zu Ende und war bislang noch nie als beste Drama-Serie nominiert. Die Academy hat nun aber die letzte Möglichkeit genutzt, ihr zumindest die Ehre einer Nominierung zuteil werden zu lassen. Ohnehin hielt schon immer nur das Kritiker-Lob die Serie am Leben. Aufgrund der mauen Quoten wollte NBC die Serie mehrfach einstellen. Nur die Zusammenarbeit mit dem Pay-TV-Anbieter DirecTV, der "Friday Night Lights" als Erstausstrahlung zeigte, ehe sie bei NBC zu sehen war, sicherte ihr Überleben. "Friday Night Lights" handelt von einem Highschool-Football-Team und dessen Coach. Herausragend an der Serie ist vor allem deren Realismus, mit der auch Themen wie Rassismus, Drogen oder Abtreibung aufgegriffen werden. Sollte es nicht mit einem Emmy für die Beste Serie klappen, hätten auch die beiden Hauptdarsteller Kyle Chandler und Connie Britton noch Chancen auf eine Auszeichnung in den personalen Kategorien.

Schon ein alter Hase unter den Nominierten ist hingegen "Dexter". Die Serie mit Michael C. Hall, der in seiner Rolle als serienmordender Forensiker erneut auch in diesem Jahr wieder als bester Schauspieler nominiert ist, war auch in den vergangenen drei Jahren schon im Rennen um den Preis als Beste Serie, musste sich aber jedes Mal "Mad Men" geschlagen geben. Gegen die eher ernsteren Stoffe dürfte sich "Dexter" wohl auch in diesem Jahr schwer tun.

Auffällig in der Kategorie Beste Serie in diesem Jahr: Fünf der sechs nominierten Serien laufen nicht bei den großen und eigentlich besonders finanz- und reichweitenstarken großen Networks. Einzig CBS hält mit dem zum Kritikerliebling avancierten "The Good Wife" noch die Fahne der Networks hoch. Die Serie, in deren Mittelpunkt Julianna Margulies alias Alicia Florrick steht, die sich als Anwältin eine neue Existenz aufbauen muss, nachdem ihr Gatte nach einem öffentlichen Sex- und Polit-Skandal ins Gefängnis musste, gehört mit insgesamt neun Nominierungen wie im vergangenen Jahr zu den 15 meistnominierten Formaten. 2010 konnte die Serie allerdings nur in einer Kategorie - Archie Panjabi wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet - durchsetzen. Diesmal darf man auf die ein oder andere Auszeichnung mehr hoffen.

Wunschprofil anpassen
Alle Serien auf einem Blick

TNT FILM

Rail Nation bei TNT Spiele