
In Deutschland wurde die Schauspielerin Alfre Woodard durch eine längere Gastrolle bei den Desperate Housewives bekannt. Doch die Darstellerin aus Memphis Beat ist schon seit Jahren eine Institution und bereits mit mehreren Emmys, Golden Globes und SAG-Awards ausgezeichnet.
Wie in ihrer Rolle als Lt. Tanya Rice in der Serie Memphis Beat, zeichnen sich die meisten von Alfre Woodard gespielten Figuren durch große Würde und Kraft aus. In mehr als einhundert verschiedene Charaktere schlüpfte die im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma geborene Schauspielerin bereits. Außerdem war sie in zahlreichen Theaterproduktionen zu sehen. Den Großteil ihrer Karriere hat die 1952 geborene Darstellerin allerdings vor der Kamera von Filmproduktionen verbracht. Ihre Ausflüge ins Fernsehen waren meist kürzer angelegt. So war sie in mehreren kleineren und größeren Gastauftritten sowie Miniserien mit von der Partie. Memphis Beat war eine der wenigen Serien, die Woodard zur Übernahme einer Hauptrolle bewegen konnte.
Ihren Durchbruch konnte Alfre Woodard im Alter von 32 Jahren feiern: Eine oscarnominierte Nebenrolle im Film Cross Creek machte sie nämlich einem großen Publikum bekannt. So konnte die Darstellerin damals auch eine Serienhauptrolle ergattern, doch die Comedyserie Tucker's Witch konnte sich nicht durchsetzen. Nicht unbedingt zum Nachteil von Woodard, denn die von ihr in den folgenden Monaten übernommenen Gastrollen brachten ihr ihre ersten beiden Emmys ein und waren der Auftakt zu insgesamt 17 Nominierungen für den amerikanischen Fernsehpreis. Weitere Projekte, die Woodard viel Prestige und Kritikeranerkennung brachten, waren der Film Passion Fish um eine frühere und nun gelähmte Soaphauptdarstellerin, der auf einem Bühnenstück basierende Fernsehfilm The Piano Lesson sowie die auf wahren Tatsachen beruhende, sozialkritische HBO-Produktion Miss Evers' Boys. Außerdem können ihre Rollen bei Desperate Housewives und Memphis Beat diese Reihe komplettieren, wobei sie ihren letzten Emmy 2011 für die Gastrolle als demenzkranke Mutter einer Hauptfigur in True Blood erhielt.
Eine für ihre Karriere eher ungewöhnliche Ehre erhielt Woodard 2010: Sie wurde für einen Grammy nominiert. Die Darstellerin setzte sich für das Ende der Apartheid in Südafrika ein und hat sich seit deren Ende um Wohltätigkeitsarbeit für durch die Folgen dieses Systems benachteiligte Menschen bemüht. Als Schwerpunkt hat Woodard immer wieder Projekte zum Wohl von AIDS-Waisen unterstützt. So sprach sie einen Beitrag für das grammynominierte Audiobook „Nelson Mandela's Favorite African Folktales“ ein.
Daneben leistet Alfre Woodard immer wieder, auch durch ihre Filme, einen Beitrag dazu, die Geschichte der Afroamerikaner von der Zeit der Sklavenhalter bis in die jüngere Vergangenheit im Bewusstsein zu halten. Ihr prämierter Film Miss Evers' Boys etwa handelt von einem groß angelegten, über 40 Jahre aufrechterhaltenem medizinischen Experiment. Bei diesem wurden verarmte afroamerikansiche Männer nach ihrer Diagnose mit einer ansteckenden Krankheit nicht etwa behandelt - stattdessen wurde die Ausbreitung der Krankheit erfasst und untersucht.
Alfre Woodard hat selbst nur einen Bruder und eine Schwester. Allerdings hatten ihre Eltern insgesamt zwölf Geschwister, ihre Großmutter mütterlicherseits brachte es gar auf 17 Geschwister, so dass die Schauspielerin eine große Familie hat.
Seit knapp 30 Jahren ist Woodard mit dem Autor Roderick Spencer verheiratet. Zusammen sind sie Eltern zweier Kinder. Ihre Tochter Mavis tritt in die Fußstapfen der Mutter: Nach Erfolgen als Wettkampfspringreiterin begann sie im jungen Erwachsenenalter zu modeln und studiert derzeit Schauspielerei in New York.
TNT Serie zeigt Memphis Beat immer montags um 21:00 Uhr.
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