30 Rock: So lukrativ kann Prestige sein

TNT Serie News

Mit Preisen wird 30 Rock überhäuft, ein großer Publikumshit ist die Serie in den USA allerdings nicht. Trotzdem scheint die Zukunft der Produktion gesichert. Dafür sorgt nicht zuletzt ein guter Syndication-Deal.

Zu den Zeiten von „Friends“, als weit über 20 Millionen Zuschauer jede Woche donnerstags NBC eingeschaltet haben, wäre „30 Rock“ wohl sang- und klanglos eingestellt worden. Momentan verfolgen etwas mehr als fünf Millionen Zuschauer wöchentlich die Geschichten um Liz Lemon (Tina Fey) und Jack Donaghy (Alec Baldwin). Das Rating in der Zielgruppe der von der Werbeindustrie umschwärmten 18- bis 49-Jährigen liegt knapp über dem Wert von 2.0; darunter beginnt im US-Fernsehen, jedenfalls bei den Networks, die Zone der absetzungsgefährdeten Serien. Dazu gehört „30 Rock“ jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Erst vor wenigen Wochen hat NBC die Comedyserie vorzeitig für eine sechste Staffel verlängert.

Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht paradox, ist es jedoch gar nicht. Und das hat zwei Gründe. Erstens ist US-Network NBC derzeit generell in den Einschaltquoten so schwer gebeutelt, dass „30 Rock“ noch zu den Aktivposten im Programm zählt. Tatsächlich hat der Sender mit Liz Lemon Großes vor: Ab Januar soll die Serie versuchen, auf einem neuen Sendeplatz - donnerstags um 22 Uhr - Fuß zu fassen. Ein riskantes Unterfangen: Bislang galt im US-Fernsehen die Regel, dass die Zuschauer um diese Zeit keine Comedy, sondern nur Drama und Reality sehen wollen. Nachdem NBC auf diesem Sendeplatz mit zahlreichen Formaten gescheitert ist, soll es nun „30 Rock“ richten. Hintergedanke der Senderverantwortlichen ist offenbar: Nur eine Comedy, die so provokativ und anspruchsvoll ist wie „30 Rock“, kann gegen die gleichzeitig laufenden Dramaserien konkurrieren.

Zweitens ist „30 Rock“ bereits sehr erfolgreich in die Syndication verkauft worden. Unter Syndication versteht man in diesem Zusammenhang, dass sich andere Sender die Wiederholungsrechte einer Serie sichern. In den USA werden die ersten Staffeln von „30 Rock“ ab 2011 sowohl im Kabelfernsehen als auch auf einigen terrestrischen Stationen zu sehen sein.

Im Kabel haben Comedy Central und WGN America die Rechte an der Serie erworben. Pro Folge zahlen beide Sender gemeinsam den stolzen Preis von 800.000 Dollar. Damit refinanzieren sie schon allein knapp die Hälfte des Budgets. Etwas komplizierter, durch die Erholung des Werbemarkts nichtsdestotrotz sehr lukrativ ist der Barter-Deal, den NBC Universal, das Studio hinter „30 Rock“, mit den beiden Stations-Gruppen Fox und Tribune abgeschlossen hat. Die Vereinbarung basiert im Grunde auf einem Tauschgeschäft: Fox und Tribune dürfen Wiederholungen der Serie zeigen, dafür bekommt NBC Universal drei Minuten Werbezeit pro Folge, die das Unternehmen selbst vermarkten kann. Die Einnahmen aus den übrigen vier Minuten Werbezeit verbleiben bei den Stationen selbst.

Auch andere Sender haben um „30 Rock“ mitgeboten. Dass die Serie trotz überschaubarer Einschaltquoten auf ein so großes Käuferinteresse stößt, lässt nur den Schluss zu, dass eben auch Prestige einen (finanziellen) Wert besitzt. Nicht zuletzt deshalb, weil „30 Rock“ als vielfach preisgekrönte Serie (allein 14 Emmys und sechs Golden Globes) ein kleines, aber meist höher gebildetes und zahlungskräftiges Publikum anzieht, welches sonst nur selten vor den Fernsehbildschirm zu locken ist. Das lassen sich Studio wie Sender dann auch mal gerne etwas kosten.

In Deutschland zeigt TNT Serie 30 Rock als Deutschland Premiere. Fans der Serie können sich freuen: Am 19. Dezember gibt es zunächst den 30 Rock - Marathon von 20:15 Uhr bis 01:10 Uhr mit den besten Szenen der dritten Staffel. Am 26. Dezember startet TNT Serie dann exklusiv  mit der 4. Staffel.
 

Weitere Infos zu 30 Rock inklusive Episodenguide und Bildgalerie finden Sie hier! Sehen Sie sich ausserdem den Trailer zur vierten Staffel an.

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